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Stadttheater Meran / Teatro Puccini...
Jugendstil, Geschichte und ein Comeback in Originalfarben

Wer in Meran unterwegs ist, denkt oft zuerst an Promenaden, Kurhaus und Belle-Époque-Flair. Doch ein echter Schatz liegt ganz in der Nähe: das
Stadttheater Meran, heute häufig als
Teatro Puccini bekannt (Freiheitsstraße 33, direkt beim Kurhaus).
Es gilt als eines der wichtigsten historischen Theater Südtirols – und als
Jugendstil-Juwel, das in den letzten Jahren eindrucksvoll zu neuem Glanz gefunden hat.
Von der Idee zum Theater: 1884–1900
Damit Meran als Kurstadt kulturell mit den großen europäischen Destinationen mithalten konnte, gründete sich bereits
1884 ein Theaterbaukomitee. Den Architekturauftrag erhielt der Münchner
Martin Dülfer, ein wichtiger Vertreter des (Münchner) Jugendstils.
Eröffnet wurde das Haus am
1. Dezember 1900 – festlich und prominent. In der Frühzeit gab es pro Saison teils
über 200 Aufführungen, bis der Betrieb kriegsbedingt 1915 unterbrochen wurde.
Architektur: Jugendstil innen, Grandezza außen
Das Stadttheater ist architektonisch doppelt spannend: außen klassizistische Strenge mit dekorativen Jugendstilelementen, innen ein „schmuckes Juwel des Jugendstils“. Und es ist ein echtes Europa-Projekt:
- Bühneneinrichtung aus Wien
- Eisenkonstruktion des Bühnenhauses aus München
- Bestuhlung aus Berlin
Historisch bot das Theater Platz für rund 500 Besucher. Heute wird es häufig als intimer Kulturort mit 296 Sitzplätzen (Theaterbestuhlung) beschrieben – ideal für Konzerte, Gastspiele, Lesungen und besondere Abende.
Krisen, Kinojahre und Wiedereröffnungen
Wie viele Theater Europas blieb auch Meran nicht von Umbrüchen verschont: Nach dem Ersten Weltkrieg fehlten lange die Gäste, später gab es Phasen, in denen das Haus zeitweise auch als
Kino genutzt wurde.
Ein wichtiger Wendepunkt: Nach Brand und grundlegenden Arbeiten kam es zur
Neueröffnung 1978, anschließend wurde das Theater unter Denkmalschutz gestellt.
Warum „Teatro Puccini“?
Giacomo Puccini hielt sich 1923 in Meran auf – und in der Stadt verbindet sich damit die Tradition, das Theater auch „Teatro Puccini“ zu nennen. Offiziell wurde der Name laut Quellenlage im Zuge der Italianisierung 1937 etabliert.
Das große Comeback: Restaurierung und internationale Aufmerksamkeit
In den Jahren
2024/25 wurde der Theaterraum konservativ restauriert und auf sein ursprüngliches Erscheinungsbild zurückgeführt.
Besonders spektakulär: Die Wiederentdeckung der
historischen Farbfassung – kräftig, mutig, ungewöhnlich. In einer Reportage wird etwa von Kombinationen wie
Gelb–Violett, Blau–Orange, Rot–Pastellgrün berichtet.
Die New York Times widmete dem Projekt eine große Geschichte („A Theater Returns to Its Multicolor Art Nouveau Glory“).
125 Jahre Theater: Jubiläum und Blick hinter die Kulissen
Zum
125-jährigen Bestehen wurden rund um
29. November bis 1. Dezember 2025 eigene Programmpunkte und Führungen organisiert.
Ein Highlight: der Blick in
Fundus und Bibliothek – der Kostümfundus umfasst
über 800 historische Kostüme, die Bibliothek
über 18.000 Bände zur Theater- und Musikkultur der Meraner Belle Époque.


