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„Südtirol: 800 Burgen. Unzählige Geheimnisse.“
Die Burg Boymont (auch Boimont) thront oberhalb von Missian in der Gemeinde Eppan
– eine hochmittelalterliche Ruine, die heute zu den beliebtesten Burgzielen im Überetsch zählt. Auffällig ist schon der Ort selbst: Der Burghügel war bereits in prähistorischer Zeit besiedelt, was u. a. Funde aus der Eisenzeit belegen.
Errichtet wurde Boymont im frühen 13. Jahrhundert (Bauzeit meist 1220–1230, teils „um 1235“ überliefert). Anders als reine Wehrburgen wirkt Boymont wie eine repräsentative Wohnburg: klare, durchdachte Baulinien, eine für die Zeit ungewöhnlich „aufgeräumte“ rechteckige Anlage und schöne spätromanische Details wie Rundbogenfenster und Triforien.
Im 15./16. Jahrhundert endete die Burggeschichte abrupt durch einen Brand (häufig 1425 genannt; andere Angaben nennen die Zerstörung „um 1530“). Danach wurde Boymont nicht mehr aufgebaut und verfiel zur Ruine.
Seit 1977 ist Boymont wieder gesichert und zugänglich: Fritz Dellago ließ die Anlage restaurieren und konsolidieren. Heute kann man die Ruine während der Saison besuchen – und im Innenhof ganz unkompliziert einkehren.

Burg Thurnstein bei Dorf Tirol: vom „Thurm Platzleid“ zum Schloss mit Geschichte
Es gibt Burgen, die stehen groß und laut in der Landschaft. Und es gibt Burgen wie Thurnstein, die auf den ersten Blick fast still wirken – obwohl in ihren Mauern viele Jahrhunderte stecken. Westlich von Schloss Tirol, über den Hängen oberhalb von Meran, liegt dieses Schloss an einem Wegpunkt, an dem sich alte Verbindungen aus Algund, Gratsch und Richtung Tirol kreuzen. Genau dort steht Thurnstein wie ein steinerner Beobachter über dem Tal.
Die frühen Anfänge
Bei den Ursprüngen von Thurnstein lohnt sich ein genauer Blick.
Sicher urkundlich belegt ist die Anlage
1276, damals noch unter dem Namen
„Thurm Platzleid“. In touristischen und landeskundlichen Beschreibungen wird der Kernbau jedoch teils
noch früher, in das
11. oder 12. Jahrhundert, eingeordnet. Das passt gut zur Nähe zu
Schloss Tirol, dessen Umfeld bereits im Hochmittelalter politisch und strategisch wichtig war. Sicher sagen lässt sich also: Der Platz ist sehr alt, eindeutig fassbar wird er ab dem späten 13. Jahrhundert.

1282: Meinhard II. und Konrad Milser
Nur wenige Jahre nach der ersten Nennung folgt bereits eine wichtige Station: 1282 belehnte Graf Meinhard II. von Tirol den Kämmerer Konrad Milser mit der Burg. Das zeigt, dass Thurnstein kein zufälliger Einzelbau war, sondern in das Gefüge der landesfürstlichen Herrschaft eingebunden war. Der Ort lag zu nah an Schloss Tirol und zugleich zu markant über dem Tal, um unwichtig zu sein.
Vom Platzleid zu Thurnstein
Der heutige Name setzte sich nicht sofort durch. Zunächst begegnet einem in den Quellen der ältere Name Platzleid – je nach Quelle auch in Schreibweisen wie Platzlei oder Platzneid. Erst 1478 erscheint der Name Thurnstein. Solche Namenswechsel sind bei Burgen nicht ungewöhnlich: Sie spiegeln oft Veränderungen in Nutzung, Wahrnehmung oder Besitzverhältnissen wider.
Wie aus dem Turm ein Schloss wurde
Der älteste Kern war wohl ein
massiver Wohnturm. Doch Thurnstein blieb nicht bei dieser ersten Form stehen.
Im
16. Jahrhundert wurde der
Südtrakt angebaut, im
18. Jahrhundert folgte der
Nordtrakt. Andere lokale Beschreibungen ergänzen, dass der
Wohnbau im 19. Jahrhundert erweitert und
im 20. Jahrhundert vollendet wurde. Gerade darin liegt ein großer Reiz: Thurnstein erzählt nicht nur Mittelalter, sondern auch die Geschichte des langsamen Umbauens, Anpassens und Weiterwohnens. Es ist eine Burg, die nicht zur Ruine wurde, sondern sich immer wieder verwandelt hat.
Viele Lehnsherren, eine lange Linie
Nach Konrad Milser kam Thurnstein in die Hände weiterer Adels- und Lehnsträger. Genannt werden unter anderem Heustadel, Katzpöck, von Planta, Eyrl, Rottenpuecher und Wittenbach. Das klingt wie eine kleine Liste Tiroler Geschichte in Familiennamen. Sie zeigt zugleich, dass die Burg über lange Zeit als begehrtes Objekt galt – nicht als riesige Residenz, wohl aber als bedeutender Sitz in bester Lage.
Die Familie von Egen und Thurnstein
Eine neue, prägende Phase begann gegen Ende des 17. Jahrhunderts. Damals kam Thurnstein an die Meraner Familie von Egen. In genealogischen Zusammenstellungen wird der Erwerb um 1690 mit Alexander von Egen verbunden; danach tritt die Familie als „Egen zu Thurnstein“ in Erscheinung. Spätere Familienmitglieder ließen das Schloss erweitern und hielten es über Generationen in ihrem Besitz. Damit wurde Thurnstein nicht nur Wohn- und Herrschaftssitz, sondern auch Namensgeber einer Adelslinie.
Vom Adelssitz zum Gastbetrieb
Der vielleicht schönste Teil der Geschichte ist, dass Thurnstein nicht bloß museal überlebt hat.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurden einige Räume der Burg in einen
Gastbetrieb umgewandelt.
1967 baute man den angrenzenden
Stadel, also das frühere Wirtschaftsgebäude, zu einem
kleinen Hotel aus. Bis heute wird das Schloss als
Hotel und Restaurant geführt. Die offizielle Website beschreibt es als familiengeführten Betrieb; die alten Mauern sind also nicht nur Kulisse, sondern bis heute Teil des gelebten Alltags.
Der Napoleon-Wein
Zu Thurnstein gehört auch eine jener Geschichten, die man sich merkt. Dort wird der sogenannte Napoleon-Wein ausgeschenkt. Der Name soll auf die Nachricht von der Gefangennahme Napoleons III. bei Sedan im Jahr 1870 zurückgehen. Ob man nun zuerst auf die Mauern schaut oder auf das Glas: Genau solche Details machen Orte wie Thurnstein lebendig, weil sie Weltgeschichte und Alltagskultur miteinander verbinden.
Thurnstein heute
Heute ist Schloss Thurnstein keine verlassene Burg, sondern ein weitergenutzter historischer Ort. Gerade das macht seinen Reiz aus. Viele Burgen erzählen ihre Geschichte nur noch in Resten. Thurnstein dagegen zeigt sie in Schichten: im alten Turm, in den späteren Trakten, in den Umbauten der Neuzeit und in der bis heute fortgesetzten Nutzung. Wer dort steht, sieht nicht einfach „eine Burg“, sondern ein Bauwerk, das sich über Jahrhunderte immer wieder neu erfunden hat.

Landesfürstliche Burg Meran – Merans „Fürstenhaus“ in der Altstadt
Die Landesfürstliche Burg liegt zentral in Meran, direkt hinter dem Rathaus (Zugang über Galileistraße oder Lauben). Anders als viele Höhenburgen ist sie eine städtische Residenz: Errichtet in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts als Stadtwohnung von Erzherzog Sigmund „dem Münzreichen“, wurde sie im 16. Jahrhundert weiter als fürstliche Unterkunft genutzt – 1516 hielt sich sogar Kaiser Maximilian I. hier auf.
Im Laufe der Zeit verfiel das Gebäude; im 17. Jahrhundert blieb vor allem die Kapelle in Nutzung. Dramatisch wurde es 1875: Die Gemeinde Meran erwarb die Burg und plante einen Abriss. Proteste von Bürgern und Gästen verhinderten das – und machten die Burg zum geretteten Schmuckstück. Zwischen 1878 und 1880 restaurierte man sie historisierend nach Plänen von Friedrich von Schmidt; seit 1880 ist sie öffentlich zugänglich.
Heute dient die Landesfürstliche Burg als Museum und wird auch für standesamtliche Trauungen genutzt.
Die Haselburg bei Bozen: Burg auf dem Felsen, Fresken in den Sälen
Die Haselburg thront hoch über dem Stadtteil Haslach auf einem markanten Felsvorsprung – so auffällig, dass man sie kaum „übersehen“ kann, und doch läuft man im Alltag oft an ihr vorbei, ohne ihre Geschichte zu kennen. Dabei zählt sie zu den spannendsten Burgen rund um Bozen: wehrhaft in der Lage, überraschend fein in der Ausstattung – und mit einem Lebenslauf voller Brüche, Besitzerwechsel und Umbauten.
Namen, die schon eine Geschichte erzählen
Neben „Haselburg“ begegnen einem auch ältere bzw. alternative Bezeichnungen wie Schloss Küepach – und im Italienischen ist sie als Castel Flavon bekannt. Diese Namensvielfalt ist typisch für Südtirol: Hier spiegeln Ortsnamen oft Schichten von Herrschaft, Sprache und Zeitgeist.
Ein kurzer historischer Streifzug
- Entstehung um 1200 / frühes 13. Jahrhundert: Die Anlage geht auf das Hochmittelalter zurück und wird mit den Herren von Haselberg in Verbindung gebracht – Ministerialen im Umfeld des Hochstift Trient.
- Um 1300 beschädigt/teilweise zerstört – später wieder aufgebaut: Burgen waren nie „fertig“, sondern wurden ständig angepasst.
- 16. Jahrhundert: prägende Umbauphase: Unter Leonhard II. von Völs erhielt die Haselburg wesentliche Teile ihres heutigen Erscheinungsbildes (Wehrmauer, charakteristische Bauteile im Ostflügel).
- Vom Adelssitz zum Ort der Begegnung: Besonders im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit wurden Burgen nicht nur verteidigt, sondern auch gefeiert – mit Festen und repräsentativen Räumen.
Das Highlight: Fresken statt „nur“ Stein
Was die Haselburg wirklich heraushebt, sind ihre Renaissance-Fresken. Sie werden u. a. dem Künstler Bartlmä Dill Riemenschneider zugeschrieben – und genau diese Kombination aus Burgkulisse und Kunst macht den Ort so reizvoll: Man erwartet Wehrgänge, bekommt aber zusätzlich Kultur „zum Ansehen“.
Heute: Geschichte mit Aussicht
Heute ist die Haselburg vor allem als Ort für Gastronomie und Veranstaltungen bekannt – und als Aussichtspunkt über das Bozner Becken. Wer sie besucht, bekommt also beides: die dramatische Lage auf dem Felsen und das Gefühl, dass hier über Jahrhunderte nicht nur gewohnt, sondern auch inszeniert, umgebaut, gerettet und weitergenutzt wurde.
Impuls zum Schluss: Wenn du das nächste Mal in Bozen bist und die Haselburg siehst – gönn ihr einen zweiten Blick. Manche Mauern erzählen mehr, als man ihnen von unten zutraut.
Schloss Knillenberg in Meran – stilles Schloss mit langer Geschichte
Wer durch Meran–Obermais spaziert, übersieht es leicht: Schloss Knillenberg wirkt nach außen eher zurückhaltend – und genau das macht seinen Reiz aus. Hinter Mauern und Türmen steckt ein Stück Meraner Geschichte, das bis ins Mittelalter zurückreicht.
Der älteste Kern gilt als mittelalterlicher Wohnturm, dessen Ursprünge vermutlich im 12. Jahrhundert liegen. Seinen Namen bekam der Ansitz, als Andreas Knilling das Anwesen 1513 erwarb – daraus wurde „Knillenberg“. Im 17. Jahrhundert wurde die Anlage deutlich erweitert, unter anderem mit einem Renaissancebau und markanten Ecktürmen. Heute ist Schloss Knillenberg denkmalgeschützt und befindet sich in Privatbesitz, weshalb eine Besichtigung nicht möglich ist. Von außen aber bleibt es ein spannender Blickfang – ein Schloss, das nicht laut sein muss, um Eindruck zu machen.
🏰 Burg Welfenstein – Wächterin des Eisacktals
Wer von Sterzing Richtung Süden fährt, entdeckt sie fast beiläufig – und kann doch kaum den Blick von ihr lösen: die Burg Welfenstein. Auf einem Felssporn über dem Eisack gelegen, wirkt sie wie eine stille Beobachterin, die seit Jahrhunderten über das Tal wacht.
Ihre Ursprünge reichen vermutlich bis ins 13. Jahrhundert zurück. Strategisch klug platziert, diente die Anlage einst der Kontrolle der wichtigen Handelsroute durch das Wipptal – einer Lebensader zwischen Nord und Süd. Im Laufe der Zeit verfiel die mittelalterliche Burg, bevor sie im 19. Jahrhundert im neugotischen Stil wieder aufgebaut wurde. Das heutige Erscheinungsbild mit Turm, Zinnen und steinernen Mauern lässt die romantische Burgenbegeisterung dieser Epoche noch deutlich erkennen.
Auch wenn Burg Welfenstein privat ist und nicht besichtigt werden kann, entfaltet sie gerade durch diese Unnahbarkeit ihren besonderen Reiz. Reisende, Spaziergänger und aufmerksame Autofahrer erleben hier einen jener seltenen Momente, in denen Landschaft und Geschichte nahtlos ineinander übergehen.
👉 Manchmal sind es nicht die großen Sehenswürdigkeiten mit geöffneten Toren, sondern jene Orte, die man nur aus der Ferne betrachten kann, die die Fantasie am stärksten anregen. Burg Welfenstein gehört zweifellos dazu – ein stilles Stück Südtiroler Geschichte am Eingang zu Sterzing.
Michelsburg bei St. Lorenzen – die Burg, die ein ganzes Gericht benannte
Du fährst durchs Pustertal, blickst kurz nach oben – und da steht sie: die Michelsburg (eigentlich St. Michaelsburg) auf einem Felsvorsprung bei Moos, wie ein steinerner Wächter über dem Tal.
Was viele nicht wissen: Diese Burg war nicht nur Kulisse, sondern Jahrhunderte lang ein Verwaltungs- und Machtzentrum. Schon ab dem 13. Jahrhundert ist sie als Sitz des „Gerichts Michelsburg“ greifbar. Erst waren es Dienstleute (Ministeriale), später übernahmen eigene Pfleger die Verwaltung – und damit ganz konkret: Recht sprechen, Ordnung halten, Zuständigkeiten regeln.
Zur Entstehung gibt’s zwei Erzählstränge: Lokal wird oft „um 1091“ genannt, während die Forschung die Anlage eher ins späte 12. Jahrhundert setzt – als Lehen der Bischöfe von Brixen, vermutlich errichtet von den Grafen von Andechs. Genau diese Mischung aus Überlieferung und Aktenlage macht die Michelsburg so spannend.

Ein paar Fixpunkte, die die Dramaturgie perfekt erzählen:
- um 1210: Übergang an die Grafen von Tirol, später an die Görz-Tiroler.
- 1500: Mit dem Görzer Erbe kommen die Habsburger – kurz darauf wird die Burg sogar verpfändet (Politik war damals oft ein Rechenbuch).
- 1678: Burg und Gericht gehen als Pfand an die Freiherren von Künigl.
- 1827: Das Landgericht Michelsburg wird endgültig mit Bruneck vereint.
- 20. Jahrhundert: Verfall, Einstürze – dann Sicherung in den 1960ern und große Sanierung in den 1990ern, die der Burg ihr heutiges Profil zurückgegeben hat.
Heute ist die Michelsburg Privatbesitz – aber selbst „nur von außen“ bleibt sie ein echtes Südtirol-Motiv: zwei Türme, ein Fels, 900 Jahre Geschichte in einem Blick.

Schloss Rametz – Weintradition über Meran seit 1227
Oberhalb von Meran, im Ortsteil Labers, liegt Schloss Rametz – ein historischer Ansitz, der wie kaum ein anderer für die Weinkultur des Meraner Landes steht. Was heute als Weingut, Vinothek und Weinbaumuseum begeistert, begann als mittelalterlicher Gutshof und wurde über fast 800 Jahre zu einem Ort, an dem Geschichte, Architektur und Genuss ineinandergreifen.
Zeitreise durch Keller & Geschichte
Ein Highlight sind die außergewöhnlichen Kelleranlagen: Der große, weitläufige Porphyrkeller stammt aus dem 18. Jahrhundert und zählt zu den eindrucksvollsten seiner Art. Noch älter ist der kleine Keller aus dem 12. Jahrhundert – in seinem besonderen Klima reifen heute die Barrique-Weine des Hauses.
Pioniergeist im Weinberg
Schloss Rametz gilt als Meilenstein in Südtirols Weinbaugeschichte: 1860 wurde hier die erste Blauburgunder-Rebe (Pinot Noir) des Landes gepflanzt. Bis heute wachsen rund um den Ansitz Rebsorten wie Blauburgunder, Riesling sowie Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon – getragen von einer Lage, die wie gemacht ist für elegante, charakterstarke Weine.
Erleben & verkosten
Wer Schloss Rametz besucht, erlebt mehr als nur ein Schloss: Führungen durch Weinberge und Museum, der Gang in die historischen Keller und eine Verkostung ausgewählter Weine machen den Besuch zu einem echten Meran-Moment – stilvoll, genussvoll und voller Geschichten.
Burg Karneid (Castel Cornedo) – mittelalterliches Juwel am Eingang ins Eggental
Hoch über dem Bozner Talkessel, dort wo sich Eisacktal und Eggental begegnen, klebt Burg Karneid spektakulär an einem steilen Felssporn. Die Lage ist nicht nur fotogen, sie erklärt auch den Zweck der Anlage: Kontrolle, Schutz und Repräsentation – mitten auf einem Felsen, von mehreren Seiten nahezu unzugänglich. Genau dieses „unbezwingbare“ Gefühl spürt man heute noch, wenn man unterhalb der Mauern steht und den Blick an Ringmauer, Türmen und Zinnen nach oben wandern lässt.
Burg Karneid liegt in der Gemeinde Karneid/Cornedo all’Isarco (oberhalb von Kardaun) und zählt zu den schönsten Beispielen mittelalterlicher Baukunst in Südtirol – nicht zuletzt, weil die Burgform seit dem 16. Jahrhundert weitgehend erhalten geblieben ist.
Geschichte – kompakt, aber mit den wichtigsten Eckpunkten
Die Wurzeln der Burg reichen laut den lokalen Informationsseiten bis um 1200 zurück; als frühe Bauherren werden die Greifensteiner genannt. Im 14. Jahrhundert wechselte die Burg in den Besitz der Herren von Völs, später wird der Landvogt Heinrich Gessler erwähnt und schließlich die Grafen Lichtenstain/Liechtenstein.
Im Lauf der Jahrhunderte wurde die Anlage immer wieder erweitert: Ein markanter Umbau betraf die Zugänge – als letzter großer Bau wird 1573 der östliche Turm mit Zwinger genannt, wodurch der ursprüngliche Hauptzugang von Westen nach Osten verlegt wurde.
Wer es noch genauer mag: In der Fach- und Sekundärliteratur wird die Burg auch als 1297 urkundlich erwähnt
Warum sich Burg Karneid wirklich lohnt
Viele Burgen rund um Bozen beeindrucken schon von außen – Burg Karneid setzt noch eins drauf: Hier wirkt die Anlage nicht wie ein „Museum mit Absperrbändern“, sondern wie ein echter Zeitzeuge. Die Kombination aus wehrhafter Lage, weitgehend erhaltener Burgform und der Anna-Kapelle mit Fresken macht den Besuch besonders rund.
Ein Felsen. Drei Namen. Tausend Jahre Drama.
Hoch über dem Etschtal bei Bozen klebt eine Burg am Porphyr wie ein trotziges Ausrufezeichen: Schloss Sigmundskron – vielen auch als Firmian bekannt. Und ganz am Anfang trug dieser Ort einen Namen, der wie ein Rätsel klingt: „Formicaria“ – der Ameisenhaufen. (945 taucht er erstmals in einer Urkunde auf.)
Was dann folgt, ist eine Geschichte wie aus einer Serie: Machtwechsel, Aufstieg, Absturz – und ein überraschendes Comeback.
Kapitel 1: Der „Ameisenhaufen“ wird begehrt
Schon früh war klar: Wer hier oben sitzt, schaut weit – und kontrolliert Wege. 1027 wandert die Burg von Kaiserhand zum
Bischof von Trient. Später übernehmen verschiedene Ministerialenfamilien das Kommando und geben der Anlage ihren nächsten Namen:
Firmian.
Kapitel 2: Sigmund macht sie „feuerfest“
Um 1473 kommt der große Umbau:
Herzog Sigmund „der Münzreiche“ kauft die Burg, tauft sie
Sigmundskron – und lässt sie so ausbauen, dass sie
Feuerwaffen standhalten kann. Von der alten Anlage bleiben nur noch Reste an der höchsten Stelle rund um die Kapelle.
Kapitel 3: Pfand, Verfall, Besitzerwechsel
Doch selbst starke Mauern helfen nicht gegen leere Kassen: Sigmund muss die Anlage bald verpfänden – und die Festung verfällt nach und nach. Später geht sie durch mehrere Hände (u. a. Wolkenstein, Sarnthein, Toggenburg).
Kapitel 4: Das unerwartete Comeback
In den 1970ern wird aus der Halbruine wieder ein Ort mit Leben. Und ab den 1990ern beginnt die neue Ära: Das Land übernimmt die Anlage, und Anfang der 2000er entsteht hier – nach intensiven Diskussionen – ein Museumskonzept von
Reinhold Messner, umgesetzt mit der architektonischen Adaptierung von
Werner Tscholl. Seit 2006 ist das
MMM Firmian eröffnet.
Bonus-Kapitel: Ein Ort, der Geschichte geschrieben hat
Sigmundskron ist nicht nur Stein und Aussicht: 1957 versammeln sich hier
über 30.000 Menschen zur Großkundgebung – das Motto
„Los von Trient“ wird zum Symbol der Autonomiebewegung.
Schloss Runkelstein bei Bozen
Runkelstein zeigt das Mittelalter so
lebendig wie kaum ein Ort...
Bozens „Bilderburg“ entdecken: Schloss Runkelstein begeistert mit dem größten profanen Freskenzyklus des Mittelalters...
Ritter, Jagden, Tristan & Isolde: In Schloss Runkelstein erzählen Fresken Geschichten wie ein mittelalterlicher Comic...
Ein Schloss, das malt statt nur zeigt: Runkelstein ist Südtirols berühmte „Bilderburg“...
Kurz steil rauf – riesig beeindruckt runter: Hoch über Bozen wartet ein Freskenschatz aus der Zeit um 1400...
Zeitreise über Bozen: Mittelalterliche Burg, echte Original-Atmosphäre und Fresken, die hängen bleiben.
Fürstenburg Burgeis
eine Burg zwischen Rittertum und Schulalltag
Die Fürstenburg im malerischen Burgeis zählt zu den markantesten mittelalterlichen Anlagen des oberen Vinschgaus. Errichtet wurde sie im 13. Jahrhundert von Bischof Konrad von Chur, der die Burg strategisch oberhalb des Tals anlegen ließ – mit weiter Sicht über Wege, Dörfer und Landschaft.
Architektur & Besonderheiten
Das beeindruckendste Element ist der zinnengekrönte Bergfried:
- Mauern bis zu drei Meter stark
- der älteste Teil der Anlage
- klare, wehrhafte Linien – typisch für den Burgenbau des Hochmittelalters
Im Burghof stößt man auf Wappen, Mauerreste und Wandmalereien, die Einblicke in die wechselvolle Geschichte der Burg geben.
Eine Burg, die zur Schule wurde
Ungewöhnlich und einzigartig:
Heute beherbergt die Fürstenburg eine
Fachschule für Land- und Forstwirtschaft.
Damit ist sie eine der wenigen Burgen Südtirols, die täglich mit modernem Leben gefüllt werden – allerdings
nicht für Besucher zugänglich, solange die Schule in Betrieb ist.
Besuch & Führungen
Die Zugänglichkeit ist saisonal geregelt:
- September bis Juni:
➝ Besichtigung nur von außen möglich. - Juli & August:
➝ Geführte Besichtigungen auf Deutsch
➝ montags & donnerstags um 14:00 Uhr
➝ keine Anmeldung erforderlich
Die Führungen gewähren Einblicke in die historische Bausubstanz, den Bergfried und den Burghof – einzigartige Gelegenheiten, die Burg „von innen“ zu erleben.
Lage & Tipp
Die Fürstenburg liegt direkt am Vinschgau-Radweg und eignet sich hervorragend als Zwischenstopp für Radfahrer und Wanderer. Von ihrem Standort aus öffnet sich der Blick über den oberen Vinschgau – ein Panorama, das einst strategisch wichtig war und heute einfach nur beeindruckend wirkt.


Sterzing / Freienfeld - 1907
Burg Reifenstein – eine Burg wie aus der Zeit gefallen
Burg Reifenstein zählt zu den best erhaltenen Burgen Südtirols. Sie thront seit dem 13. Jahrhundert über dem Tal und ist bis heute ein außergewöhnliches Beispiel mittelalterlicher Wehr- und Wohnarchitektur.
Kunstsinn und Bewahrung
Ein entscheidender Grund für den guten Zustand:
Die Burg gehörte über Jahrhunderte dem
Deutschen Orden. Die Ordensritter hatten nicht nur militärische Interessen, sondern auch ein ausgeprägtes Gespür für Kunst. Unter ihrer Regie entstanden Räume, die heute als
kunsthistorische Juwelen gelten:
- der Grüne Saal mit seiner einzigartigen Wandgestaltung
- die Stube im Neuen Palas, meisterhaft gefertigt und bis heute eindrucksvoll
Viele Burgen wurden im Laufe der Jahrhunderte umgebaut oder modernisiert – Reifenstein nicht. Hier blieb das Mittelalter sichtbar.
Die Handschrift von Thurn und Taxis
Seit rund 200 Jahren kümmern sich die Grafen von Thurn und Taxis um den Erhalt der Anlage. Mit viel persönlichem Engagement sorgen sie dafür, dass Mauern stabil bleiben, Dächer dicht sind und Besucher das erleben können, was sonst oft verloren geht: eine authentische Ritterburg.
Die Tore stehen für Gäste aus aller Welt offen – allerdings mit dem Hinweis, dass Reifenstein seiner Natur treu geblieben ist: enge Wehrgänge, historische Treppen, unebener Boden. Eine Burg, wie sie war und ist.
Für Besucher
Wer die Burg besucht, sollte:
- festes Schuhwerk tragen
- aufmerksam gehen
- sich auf echtes Mittelalter einstellen
Barrierefrei ist Reifenstein nicht – dafür aber echt, unverfälscht und beeindruckend.

Schloss Winkel in Meran Obermais...
Schloss Winkel – Geschichte mit dunklem Unterton
Wer heute an Schloss Winkel vorbeikommt, entdeckt ein Bauwerk, das seine besten Zeiten längst hinter sich zu haben scheint – und gerade deshalb seine ganz eigene Magie entfaltet.
Ein Schloss im Wandel der Jahrhunderte
Im 17. Jahrhundert taucht Schloss Winkel im Besitzverzeichnis einer illustren Persönlichkeit auf: Claudia de’ Medici, Erzherzogin von Österreich und Landesherrin von Tirol. Unter ihrer Ägide erhielt der Bau 1640 seine bis heute charakteristische Gestalt.
Weitere Umbauten folgten 1808 und 1935, später wurde nochmals Hand angelegt – doch mit der Zeit verlor das Schloss seinen Glanz. Heute wirkt es leicht verfallen; die Nebengebäude und der Barockgarten liegen still, als warteten sie auf den nächsten großen Auftritt.
Eine Innenbesichtigung ist nicht möglich, aber Spaziergänger können das Gelände betreten und von der Winkelstraße wie auch der Cavourstraße aus einen Blick auf das Anwesen werfen.
Die unheimliche Sage vom Knecht und der Sense
Wie so oft in Südtirol, verschmilzt Geschichte mit Legende. Von Schloss Winkel erzählt man sich folgende Geschichte:
Ein Knecht erhielt von einem Studenten ein Stück schwarzes Pech. Damit bestrich er seine Sense – und siehe da: Die Klinge blieb ewig scharf. Er war fortan der schnellste und beste Mäher weit und breit.
Doch eines Tages traf seine Sense im hohen Gras auf einen versteckten Eisenstock. Die Klinge zerschnitt das Metall wie einen Grashalm – und plötzlich tropfte Blut von der Schneide. Niemand konnte sich das erklären,
und bis heute bleibt das Rätsel ungelöst...





