Brunch in Meran...Lecker und Vielseitig...

Schloss Rametz / Meran auf alten Ansichtskarten

Die Landesfürstliche Burg in Meran im Jahre 1910

Schloss Rametz in Meran

ein Ort, an dem Wein und Geschichte zusammengehören

Es gibt in Meran einige Orte, die schön aussehen. Und es gibt Orte, die mehr können als nur schön sein. Schloss Rametz gehört für mich ganz klar zur zweiten Kategorie. Denn wer hier heraufschaut, sieht nicht einfach nur ein altes Schloss zwischen Reben. Man sieht einen Platz, an dem über Jahrhunderte hinweg gearbeitet, gebaut, gewohnt, gekeltert und weitergedacht wurde.

Die Geschichte von Schloss Rametz reicht bis ins Jahr 1227 zurück. Schon damals ist der Weinbau hier belegt. Das allein macht den Ort besonders, denn damit gehört Rametz zu jenen Plätzen rund um Meran, an denen Wein nicht irgendwann dazukam, sondern von Anfang an mit zur Geschichte gehörte. Was heute so selbstverständlich wirkt – Reben, Keller, Ansitz, Aussicht – ist hier das Ergebnis einer sehr langen Entwicklung.

Am Anfang stand kein märchenhaftes Schloss, sondern ein Gutshof. Erst im Lauf der Zeit wurde daraus jener repräsentative Ansitz, den man heute kennt. Verschiedene Besitzer prägten die Anlage über die Jahrhunderte, und wie bei so vielen historischen Orten in Südtirol hat sich auch hier vieles Schicht für Schicht entwickelt. Gerade das macht Schloss Rametz interessant: Es wirkt nicht wie ein Bauwerk aus einem einzigen Guss, sondern wie ein Ort, der gewachsen ist – mit jeder Epoche ein Stück mehr.

Sein heutiges Erscheinungsbild erhielt Schloss Rametz vor allem im 19. Jahrhundert. Damals kaufte Franz Flarer das Anwesen und ließ es grundlegend umbauen. Vieles von dem, was Schloss Rametz heute so markant macht, geht auf diese Zeit zurück. Aus dem älteren Gutshof wurde ein repräsentativer Ansitz mit unverwechselbarem Charakter. Man spürt dort bis heute diesen eigenartigen Reiz, den manche Häuser haben: Sie erzählen nicht laut, aber sie erzählen ständig.

Dass Schloss Rametz nicht nur ein historischer Ort, sondern auch ein Stück Meraner Kulturgeschichte ist, zeigt sich auch an seinen Gästen. Im 19. Jahrhundert logierten hier bekannte Persönlichkeiten, unter ihnen Kaiserin Sissi, König Albert von Sachsen und König Alexander von Serbien. Das passt gut zu Meran jener Zeit, als die Stadt sich immer mehr zur Kurstadt entwickelte und adelige wie wohlhabende Gäste aus ganz Europa anzog. Schloss Rametz lag also nicht irgendwo am Rand der Geschichte, sondern mitten in einer Phase, in der Meran international an Bedeutung gewann.

Richtig spannend wird es aber, wenn man auf den Wein schaut. Denn Schloss Rametz ist nicht einfach irgendein historisches Weingut. Es ist ein Ort, der für den Südtiroler Weinbau tatsächlich eine besondere Rolle spielt. Im Jahr 1860 wurde hier die erste Blauburgunder-Rebe Südtirols gepflanzt. Allein dieser Satz zeigt schon, dass Rametz weit mehr ist als ein schönes Postkartenmotiv. Hier wurde nicht nur bewahrt, hier wurde auch ausprobiert und vorangegangen. Neben dem Blauburgunder wachsen rund um das Schloss bis heute Rebsorten wie Riesling, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon – also Sorten, die gut zeigen, wie eng an diesem Ort Geschichte und weinbaulicher Anspruch zusammenhängen.

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Schloss Rametz im Jahre 1910...

Auch die Lage trägt ihren Teil dazu bei. Schloss Rametz liegt oberhalb von Meran an einem sonnigen Hang, umgeben von Weinbergen, die von der besonderen klimatischen Situation profitieren. Warme Sonne, milde Luftströmungen und die kühleren Bergwinde am Abend schaffen hier Bedingungen, die für den Weinbau seit Jahrhunderten günstig sind. Genau das ist einer der Gründe, warum dieser Platz nie nur Kulisse war, sondern immer auch Arbeitsort und Ertragsort geblieben ist.

Wer Schloss Rametz besucht, merkt schnell, dass die Geschichte hier nicht an der Fassade endet. Besonders eindrucksvoll sind die historischen Keller. Gerade dort unten, wo es kühl, still und ein wenig zeitlos wird, versteht man vielleicht am besten, worum es an solchen Orten eigentlich geht. Nicht um schnelle Wirkung, sondern um Geduld, Handwerk und Dauer. Der große Keller aus dem 18. Jahrhundert gilt sogar als einer der schönsten im Burggrafenamt. Dazu kommt heute das Weinbaumuseum, das die Entwicklung des Weinbaus in der Region anschaulich erzählt und dem Ort noch einmal eine zusätzliche Tiefe gibt.

Genau das gefällt mir an Schloss Rametz besonders: Es ist kein Schloss, das nur von außen beeindrucken will. Es lebt von dem, was sich über Jahrhunderte darin gesammelt hat – Weinbau, Architektur, Erinnerungen, Wandel. Vielleicht ist es gerade diese Mischung, die Schloss Rametz so besonders macht. Es steht nicht einfach nur über Meran, sondern erzählt ein Stück Meraner Geschichte mit. Und zwar nicht pompös oder überladen, sondern auf eine Weise, die gut zu Südtirol passt: still, traditionsbewusst und zugleich lebendig.

Schloss Rametz ist deshalb viel mehr als ein historischer Ansitz. Es ist ein Ort, an dem man sieht, wie eng Landschaft, Wein und Geschichte in Südtirol zusammenhängen. Wer Meran verstehen will, sollte nicht nur durch die Lauben gehen oder an der Promenade spazieren. Man sollte auch solche Orte anschauen. Denn hier oben zwischen Reben und Mauern wird greifbar, was diese Gegend seit Jahrhunderten ausmacht.


Schloss Rametz - Heute


Heute ist das Schloss Weingut und Museum in einem...Führungen, Verkostungen, Verkauf...weitere Infos zum Schloss findest du hier...