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Die Haselburg auf alten Ansichtskarten

Die Haselburg mit Bozen und Gries 1908

Die Haselburg bei Bozen – eine Burg zwischen Fels, Stadt und Renaissance


Wer von Bozen aus Richtung Haslach blickt, sieht sie schon von weitem: die Haselburg, italienisch Castel Flavon. Sie steht nicht einfach nur am Hang, sondern sitzt eindrucksvoll auf einem Felsen über dem Bozner Becken. Genau diese Lage macht ihren besonderen Reiz aus. Die Burg wirkt wie ein steinerner Wächter über der Stadt – nah genug, um zu Bozen zu gehören, und doch hoch genug, um ein wenig entrückt zu erscheinen.


Die Geschichte der Haselburg reicht bis ins Mittelalter zurück. Ihre Ursprünge liegen im frühen 13. Jahrhundert, einer Zeit, in der Burgen nicht nur Wohnsitze waren, sondern auch Zeichen von Macht, Besitz und Einfluss. Wer hier oben saß, hatte nicht nur Schutz hinter Mauern, sondern auch den Überblick über Wege, Höfe, Weinberge und die Stadt im Tal.


Später wurde die Burg mehrfach verändert und erweitert. Besonders prägend war die Zeit der Renaissance, als aus der wehrhaften Anlage mehr und mehr ein repräsentativer Adelssitz wurde. Das ist das Spannende an der Haselburg: Von außen sieht man vor allem Fels, Mauern und die markante Silhouette. Im Inneren aber zeigt sich eine ganz andere Welt – mit historischen Fresken, feinen Räumen und Spuren jener Zeit, in der Burgen nicht mehr nur verteidigen, sondern auch beeindrucken sollten.

Die Haselburg cirka 1920


Gerade diese Mischung macht die Haselburg so besonders. Sie ist keine romantische Ruine und auch kein überladenes Märchenschloss. Sie ist ein Ort, an dem sich Mittelalter und Renaissance begegnen. Wehrhaftigkeit und Schönheit, Stein und Farbe, Geschichte und Aussicht – alles liegt hier erstaunlich nah beieinander.



Auch die Umgebung gehört zum Erlebnis. Unterhalb der Burg breitet sich Bozen aus, dahinter öffnen sich die Täler und Berge. Man versteht sofort, warum dieser Platz über Jahrhunderte Bedeutung hatte. Die Haselburg erzählt nicht laut, sondern eher still. Aber wer genauer hinschaut, merkt schnell: Hier oben steckt viel mehr als nur ein schöner Blick über die Stadt.



Die Haselburg 1910


Heute ist die Haselburg ein fester Teil der Bozner Kulturlandschaft. Sie erinnert daran, wie eng Stadt und Burg, Landschaft und Geschichte in Südtirol miteinander verwoben sind. Für viele ist sie vielleicht nur ein kurzer Blickfang über Haslach. Doch eigentlich ist sie einer jener Orte, bei denen sich ein zweiter Blick lohnt.


Denn die Haselburg ist nicht nur ein Bauwerk auf einem Felsen. Sie ist ein Stück Bozner Geschichte – selbstbewusst, elegant und mit einer Aussicht, die man nicht so schnell vergisst.



Schloss Karneid - Burg Runkelstein und die Haselburg auf einer Grußkarte von 1900

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