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Die Fröhlichsburg in Mals...
ein Turm, viele Namen und ein großer Einschnitt

Wer durch Mals spaziert, läuft vielleicht an einer unscheinbaren Gasse vorbei – und ahnt nicht, dass dort oben ein Stück Vinschger Geschichte steht: die Fröhlichsburg, auch Fröhlichsturm genannt. Früher trug sie ganz andere Namen: Griesenstein oder Malsburg. Und genau das passt zu ihr – denn diese Ruine hat im Lauf der Jahrhunderte mehr als einmal ihr Gesicht (und ihre Rolle) verändert.
Wo liegt die Fröhlichsburg?
Die Burgruine befindet sich in Mals, dem Hauptort der Gemeinde, und liegt nordwestlich des Ortszentrums – in der nach ihr benannten Fröhlichgasse. Ein Ort, der nicht laut um Aufmerksamkeit wirbt, aber umso mehr Geschichten bereithält.
Von den Herren von Mals zur „Malsburg“
Vermutlich waren es die Herren von Mals – eine Seitenlinie der Herren von Matsch –, die den Grundstein legten. Der Bergfried stammt aus dem 12. bis 13. Jahrhundert. Später wurde die Anlage erweitert: Ein Palas kam hinzu, dazu ein Zwinger.
Kurz gesagt: Aus einem wehrhaften Turm wurde nach und nach eine Burg, die mehr konnte als nur „Stand halten“.
Machtzentrum statt nur Mauerwerk
Spätestens ab dem 14. Jahrhundert war die Burg nicht nur Symbol, sondern Funktion: Sie diente als Gerichts- und Verwaltungssitz. Wer hier saß, entschied – und wer hier hinkam, hatte meist einen Grund.
1499: Feuer über Mals
Dann kam der große Bruch. 1499, im Zuge der Schlacht an der Calven, setzten Engadiner Burg und Ort in Brand. Danach war nichts mehr wie zuvor: Der Pfleger verlegte den Gerichtssitz nach Glurns.
Man kann sich das heute kaum vorstellen – wie viel „Zentrum“ an einem einzigen Ort hängt, bis es plötzlich verlegt wird.
Die Fröhlich geben der Burg ihren Namen
In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wechselte die Burg den Besitzer und gelangte an die Familie Fröhlich. Sie ließen die Anlage wieder instand setzen – und genau daher stammt der Name, den wir heute kennen. Nebenbei gehörte der Familie auch der Droßturm.
1563 belehnte
Kaiser Ferdinand I. die Brüder
Balthasar, Carl, Hans und Pankraz Fröhlich mit dem Besitz. Balthasar führte danach sogar das Prädikat
„von Fröhlichsburg“.
Ein Name bleibt – auch wenn die Linie endet
Um 1603 erlosch die Familie im Mannesstamm. Doch die Geschichte war damit nicht „aus“: Ein anderes Tiroler Geschlecht übernahm Namen und Wappen und nannte sich fortan Fröhlich von Fröhlichsburg.
Manchmal stirbt eine Linie – und ein Name lebt trotzdem weiter.
Verfall, Legende und Denkmalschutz
Darstellungen aus dem 18. Jahrhundert zeigen die Anlage bereits wieder größtenteils verfallen. Und dann gibt’s da diese Legende: 1838 sollen Steine der Burg zur Erweiterung der Pfarrkirche von Mals verwendet worden sein. Ob wahr oder nicht – die Vorstellung ist stark: Aus Burgmauern wird Kirchenraum.
Sicher belegt ist hingegen: 1951 wurde die Fröhlichsburg unter Schutz gestellt, 1981 in die Liste des Südtiroler Landesdenkmalamtes aufgenommen.
Heute: Privatbesitz und restaurierter Bergfried
Die Fröhlichsburg befindet sich aktuell in
Privatbesitz der Grafen Khuen-Belasi. Für die Restaurierung des Turms gründete sich der Verein
„Freunde der Fröhlichsburg“.
2004 wurde der
Bergfried restauriert – inklusive
Aussichtsplattform. Zu diesem Anlass erschien auch eine
Festschrift.
Warum sich ein Blick lohnt
Die Fröhlichsburg ist keine „Postkartenburg“ mit Rundgang und Rittershow. Sie ist etwas Besseres: ein Ort, der leise erzählt – von Macht und Verwaltung, von Brand und Neubeginn, von Namen, die wechseln, und Mauern, die bleiben.
Wenn du in Mals unterwegs bist: Halte kurz inne. Manchmal steckt in einer Gasse mehr Geschichte, als man auf den ersten Blick sieht.


