Nervenkitzel im Abenteuerpark Sterzing

🏔️ Hast du schon einmal mit deiner Familie in einem echten Iglu übernachtet?


Erlebt zu dritt einen Winterabend wie aus einem Märchen: Eine Schneeschuhwanderung durch die verschneite Bergwelt, Entspannung in der Sauna und im heißen Badezuber, ein gemütliches Abendessen im Restaurant-Iglu und anschließend eine unvergessliche Nacht im Schnee. ❤️

Verschenke nicht einfach einen Gutschein, sondern ein Familienabenteuer, von dem ihr noch Jahre später erzählen werdet! Jetzt Gutschein sichern!


Hier geht es zum Gutschein...schau mal vorbei...


Werbung

Der Gescheibte Turm der ehemaligen Burg Treuenstein  auf historischen Ansichtskarten

Der Gscheibte Turm – Bozens geheimnisvoller Wächter


Was hat ein mittelalterlicher Burgturm mit einem römischen Feldherrn zu tun? Mehr, als man zunächst vermuten würde. Der Gscheibte Turm am nördlichen Stadtrand von Bozen wurde nämlich jahrhundertelang mit den Römern in Verbindung gebracht. Dabei erzählt seine tatsächliche Geschichte von Rittern, mächtigen Landesfürsten, einer verschwundenen Burg und sogar einer kleinen Einsiedelei.

Wer heute von Bozen-Gries in Richtung Jenesien unterwegs ist, kann ihn kaum übersehen. Schlank und beinahe etwas verloren erhebt sich der mächtige Rundturm über dem Fagenbach. Seine charakteristischen Schwalbenschwanzzinnen erinnern an längst vergangene Zeiten.

Doch so einsam, wie er heute dasteht, war er nicht immer.


Eine Burg bewachte einst den Zugang zu Bozen.


Wir müssen ungefähr 800 Jahre zurückreisen, in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts.

Damals entwickelte sich Bozen zu einem wichtigen Handelsplatz. Kaufleute, Bauern und Reisende waren auf den Wegen rund um die Stadt unterwegs. Besonders die Zugänge aus den umliegenden Tälern waren von strategischer Bedeutung.

Genau hier, nahe dem Ausgang des Sarntals, entstand die Burg Treuenstein.

Ihre Aufgabe war nicht nur die Verteidigung. Sie lag in der Nähe einer Zollstätte und damit an einem Ort, an dem sich Verkehrswege, wirtschaftliche Interessen und landesherrliche Macht begegneten.

Bereits im Jahr 1231 wird mit Konrad von Treuenstein erstmals ein Angehöriger des gleichnamigen Adelsgeschlechts in historischen Quellen erwähnt.

Die Herren von Treuenstein gehörten zum niederen Adel und bewegten sich im Umfeld mächtiger Herrschaften, darunter der Grafen von Eppan und der Bischöfe von Trient.

Man kann sich gut vorstellen, wie die Burg damals ausgesehen haben könnte: ein hoher Wehrturm, umgeben von Ringmauern, dazu Wirtschaftsgebäude und weitere Räumlichkeiten. Von hier aus ließ sich das Geschehen auf den Wegen gut beobachten.

Heute ist von dieser Anlage nur noch wenig erhalten.


Ein Turm, der ursprünglich gar nicht zum Wohnen gedacht war.



Das auffälligste Überbleibsel der Burg ist zweifellos ihr Bergfried, der sogenannte Gscheibte Turm.

Mit einer Höhe von rund 24 Metern und einem Außendurchmesser von etwa 7,5 Metern zählt er zu den bemerkenswertesten mittelalterlichen Rundtürmen Südtirols.

Besonders interessant ist sein Inneres: Der Durchmesser beträgt gerade einmal drei Meter. Die Mauern sind stellenweise ungefähr zwei Meter stark.

Gemütlich war es hier also ganz bestimmt nicht.

Noch erstaunlicher ist der ursprüngliche Eingang. Dieser befand sich nicht auf Bodenhöhe, sondern etwa acht Meter darüber.

Warum?

Ganz einfach: Sicherheit.

Der Zugang erfolgte vermutlich über eine hölzerne Treppe oder Leiter, die im Ernstfall entfernt werden konnte. Dann standen Angreifer vor einer nahezu geschlossenen, mächtigen Steinmauer.

Der Turm war also kein behaglicher Wohnsitz für einen Burgherrn, sondern in erster Linie ein Verteidigungsbauwerk und möglicherweise ein letzter Rückzugsort bei Gefahr.

Seine sieben Geschosse und die charakteristischen Zinnen lassen noch heute erahnen, welchen Eindruck dieses Bauwerk vor Jahrhunderten gemacht haben muss.


War der Geschriebene Turm ursprünglich römisch?


Hier wird die Geschichte besonders spannend.

Der Turm ist auch unter dem italienischen Namen „Torre Druso” bekannt und wurde nach dem römischen Feldherrn Drusus benannt.

Dieser führte im Jahr 15 v. Chr. im Auftrag des späteren Kaisers Augustus einen Feldzug in den Alpenraum.

Lange Zeit hielt sich die Vermutung, der Turm könnte aus der Römerzeit stammen und als Wachturm gedient haben.

Bereits im Jahr 1648 vertrat der Gelehrte Ferdinand de Troyer die Ansicht, dass es sich um ein Bauwerk aus der Zeit des Augustus handele.

Das wäre eine durchaus faszinierende Vorstellung: ein römischer Wachturm, der beinahe zwei Jahrtausende überstanden hätte!

Die historische und baugeschichtliche Forschung kommt jedoch zu einem anderen Ergebnis.

Der heute sichtbare Turm stammt aus dem 13. Jahrhundert. Seine Bauweise und insbesondere die schlanken Zinnen weisen auf das Mittelalter und die beginnende Gotik hin.

Eine römische Herkunft ist somit reine Spekulation.

Der Name „Torre Druso” erinnert allerdings bis heute daran, wie hartnäckig sich manche Überlieferungen halten können.


Woher kommt der eigenartige Name „Gscheibter Turm”?


Auch der volkstümliche Name ist eine kleine Besonderheit.

„Gscheibt“ beziehungsweise „scheibig“ verweist auf die runde, scheibenartige Form des Turms. Anders als viele rechteckige Bergfriede besitzt Treuenstein einen kreisrunden Grundriss.

Und dieser Name ist keineswegs eine moderne Erfindung.

Bereits im Jahr 1497 wird der Turm in einer Wasserschutzverordnung König Maximilians I. als „zum Scheyblingen thurn“ erwähnt.

Damit wissen wir, dass die ungewöhnliche Bezeichnung schon vor mehr als 500 Jahren gebräuchlich war.

Gerade solche alten Flurnamen und Bezeichnungen sind besonders interessant. Sie zeigen, wie die Menschen ihre Umgebung wahrnahmen und beschrieben.

Ein mächtiger Rundturm war eben der „Gscheibte Turm“.


Von den Herren von Treuenstein zu den Tiroler Landesfürsten


Die Besitzgeschichte der Burg ist eng mit der Entwicklung Tirols verbunden.

Bereits um 1278/1280 befand sich Treuenstein im Besitz des Tiroler Landesfürsten Meinhard II., der zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der Tiroler Geschichte zählt.

Unter seiner Herrschaft wurden die landesfürstlichen Strukturen ausgebaut und gefestigt.

Die ursprünglichen Herren von Treuenstein verschwanden im Laufe des 14. Jahrhunderts aus der Geschichte. Für das Jahr 1349 wird das Aussterben der betreffenden Adelslinie angegeben.

Die Burg selbst blieb jedoch bestehen und wechselte im Laufe der Jahrhunderte mehrfach ihre Besitzer.

Im Jahr 1676 wurden der Turm und der zugehörige Ansitz an Cyriak von Troyer-Gießbach verliehen. Die Familie behielt den Besitz rund zwei Jahrhunderte lang.

Während die politische und wirtschaftliche Bedeutung der mittelalterlichen Befestigung allmählich schwand, veränderte sich auch das Erscheinungsbild der gesamten Anlage.


Eine kleine Kapelle und die Geschichte der Einsiedler


Zum historischen Ensemble gehört außerdem die dem heiligen Oswald geweihte Kapelle.

Sie liegt unterhalb des Turms und erinnert daran, dass zu einer Burganlage häufig auch ein religiöser Mittelpunkt gehörte.

Besonders bemerkenswert ist ein weiterer Teil der Geschichte, der heute beinahe in Vergessenheit geraten ist.

Oberhalb von Treuenstein entstand um 1700 eine Einsiedelei, die auf den Bozner Hilarion Maier zurückgeht.

Hier suchten Menschen abseits des geschäftigen Stadtlebens Ruhe und religiöse Einkehr.

Im Jahr 1706 wurde die Einsiedelei durch einen Brand zerstört.

Doch damit war ihre Geschichte noch nicht zu Ende.

Franz Anton Graf Troyer ließ die Anlage wieder aufbauen. Noch im selben Jahr wurde dort ein kleines Gotteshaus zu Ehren des Heiligen Kreuzes und der heiligen Maria Magdalena geweiht.

Fast ein Jahrhundert lang bestand dieser religiöse Rückzugsort weiter.

Mit der Aufhebung der Einsiedelei im Jahr 1788 begann jedoch ihr allmählicher Verfall.

Heute erinnern nur noch Mauerreste an dieses ungewöhnliche Kapitel der Geschichte Treuensteins.


Aus der mittelalterlichen Burg wurde ein romantischer Ansitz.

Im 19. Jahrhundert veränderte sich die Umgebung des Turms erneut.

Im Jahr 1862 wurde ein altes, zur Burganlage gehörendes Gehöft in einen repräsentativen Ansitz im neugotischen Stil umgestaltet.

Die Planung wird dem bekannten Bozner Architekten Sebastian Altmann zugeschrieben.

So traf plötzlich mittelalterliche Wehrarchitektur auf die romantischen Vorstellungen des 19. Jahrhunderts.

Während der alte Bergfried weiterhin über dem Gelände aufragte, entstand darunter ein Gebäude, das mit seinen neugotischen Formen bewusst an vergangene Epochen erinnerte.

Es war eine Zeit, in der man mittelalterliche Burgen und Schlösser wiederentdeckte und ihre Architektur zunehmend als romantisch und geschichtsträchtig empfand.

1929 erwarb die Bozner Familie Mayr das Ensemble. Seither befindet es sich im Besitz der Familie Mayr-Drechsel.

Eine weitere interessante Verbindung zur Südtiroler Kulturgeschichte findet sich unmittelbar unterhalb des Ansitzes. In der Villa Fortuna wurde der spätere Schriftsteller Franz Tumler geboren.

So begegnen sich hier auf engstem Raum mittelalterliche Burggeschichte, religiöse Tradition, Architektur und Literatu


Der Gscheibte Turm auf alten Ansichten


Es ist besonders reizvoll, die historische Entwicklung anhand alter Bilder zu verfolgen.

Der Turm wurde bereits im 19. Jahrhundert von Künstlern festgehalten.

Ein Ölgemälde aus der Zeit von 1830 bis 1850 zeigt ihn vor der Fagenschlucht und der Oswaldkapelle. Auch ein Aquarell von Carl Vinzenz Moser aus den Jahren 1860 bis 1870 dokumentiert das markante Bauwerk.

Eine historische Fotografie aus derselben Epoche zeigt den Turm mit dem darunterliegenden Hof Treuenstein noch vor dessen neugotischer Umgestaltung.

Solche Aufnahmen sind besonders wertvoll.

Sie zeigen nicht nur das historische Gebäude, sondern auch, wie sich seine Umgebung im Laufe der Zeit verändert hat.

Während heute Straßen und moderne Bebauung das Landschaftsbild prägen, war Treuenstein früher von einer weitaus ländlicheren Umgebung geprägt.

Sogar auf einem Weinetikett des Grieser Kurweins aus der Zeit um 1910 sind Treuenstein und die Oswaldkapelle gemeinsam dargestellt.

Der Turm war also nicht nur ein historisches Denkmal, sondern auch ein bekanntes Wahrzeichen der Gegend.


Der Gscheibte Turm heute


Er gehört heute zu den auffälligsten mittelalterlichen Baudenkmälern am nördlichen Stadtrand von Bozen.

Die gesamte Anlage mit Turm, Oswaldkapelle und Ansitz steht unter Denkmalschutz.

Eine Innenbesichtigung des Turms ist nicht möglich, da er sich auf Privatgrund befindet. Von außen lässt sich das eindrucksvolle Bauwerk jedoch betrachten.

Wer die Straße von Bozen in Richtung Jenesien nimmt, kann ihn kaum übersehen.

Vielleicht lohnt es sich beim nächsten Vorbeifahren, einen Moment genauer hinzuschauen.

Denn hinter den alten Mauern verbirgt sich weit mehr als die Geschichte eines einzelnen Turmes.

Hier begegnen uns mittelalterliche Ritter, Tiroler Landesfürsten, religiöse Einsiedler, romantische Architektur und sogar eine alte Legende über einen angeblich römischen Ursprung.

Der Turm wacht seit rund 800 Jahren über Bozen – und hat noch immer nicht alle seine Geschichten preisgegeben.

Gerade das macht solche alten Bauwerke so faszinierend: Sie erinnern uns daran, dass Geschichte nicht nur in Büchern zu finden ist. Manchmal steht sie ganz unscheinbar am Straßenrand und wartet darauf, wiederentdeckt zu werden.

• Öffentlichkeit/Inneres: Das Innere des Turms und das unmittelbare private Umfeld können nicht betreten oder besichtigt werden.
•
Ansicht von außen: Der Turm ist von den öffentlichen Wegen und Straßen aus, beispielsweise dem Jenesiener Weg oder der alten Straße nach Jenesien am Fagenbach, gut zu sehen.

Verpasse keinen Newsletter mehr - einmal wöchentlich - jetzt kostenlos eintragen...