Die Schloß Goyen

 auf historischen Ansichtskarten

🏰 Schloss Goyen bei Meran – eine Burg zwischen Mittelalter und Gegenwart


Etwas versteckt oberhalb von Meran, am Eingang ins Naiftal bei Schenna, liegt Schloss Goyen. Die Anlage wirkt von weitem beinahe unscheinbar, doch ihre Geschichte reicht weit zurück. Bereits im 12. Jahrhundert wird Goyen im Zusammenhang mit den Herren von Schenna erwähnt. Zu den ältesten Teilen gehören der mächtige romanische Turm und die Ringmauer, die bis heute das wehrhafte Erscheinungsbild der Burg prägen.


Im Laufe der Jahrhunderte wechselte Goyen mehrfach seine Besitzer. Nach den Herren von Schenna gelangte die Burg an die Milser von Klamm, die sie 1384 an Hans von Starkenberg verkauften. Es folgten bewegte Zeiten: Im Streit zwischen Herzog Friedrich IV., auch bekannt als „Friedrich mit der leeren Tasche“, und Teilen des Tiroler Adels wurde die Burg 1422 belagert und zur Übergabe gezwungen. Später kamen die

Botsch auf die Burg, ehe der Besitz im 17. Jahrhundert an die Stachelburg überging.


Auch baulich erzählt die Burg von diesen Jahrhunderten. Neben dem mittelalterlichen Kern entstanden später weitere Wohngebäude, darunter der Renaissance-Wohntrakt der Botsch. Zur Anlage gehören außerdem der sogenannte Milser Turm, eine Burgkapelle und zwei Innenhöfe. So wurde aus der ursprünglich stark wehrhaften Burg im Laufe der Zeit zunehmend ein herrschaftlicher Wohnsitz.

Im 19. Jahrhundert befand sich die Burg zeitweise in schlechtem Zustand und wechselte erneut mehrfach den Besitzer. 1856 kam sie an die Familie Innerhofer und später an den Hamburger Arzt Carl Ahrens. Den entscheidenden Wendepunkt brachte schließlich das Jahr 1927, als die niederländische Familie van Heek das Schloss erwarb. In den Jahren 1928/29 ließ sie die Anlage durch den Meraner Architekten Adalbert Erlebach restaurieren. Weitere umfangreiche Sanierungs- und Sicherungsarbeiten wurden zu Beginn des 21. Jahrhunderts durchgeführt.



Schloss Goyen befindet sich bis heute im Besitz der Familie van Heek und ist bewohnt. Gerade deshalb ist die Burg normalerweise nicht öffentlich zugänglich. Vielleicht liegt darin aber auch ein Teil ihres besonderen Reizes: Goyen ist keine leere Kulisse und keine Burgruine, sondern ein historischer Wohnort, dessen Geschichte über viele Jahrhunderte hinweg bis in unsere Zeit reicht.

Eine alte Überlieferung gibt der Burg ein weiteres Geheimnis mit auf den Weg: Der Name „Goyen” soll auf einen Römer namens Gaius zurückgehen, der hier einst gelebt haben soll. Diese Geschichte ist nicht historisch belegt – aber zu einer alten Burg gehört eben manchmal auch eine Legende.


🏛 Museum Ladin Ćiastel de Tor – auf einen Blick


Sprache & Identität
Im Mittelpunkt stehen die ladinische Sprache und Kultur. Das Museum zeigt, wie sich Ladinisch als lebendige Sprache und wichtige Grundlage der ladinischen Identität bis heute zwischen dem deutschen und italienischen Kulturraum erhalten hat.

Archäologie und Geologie: Fossilien aus den Dolomiten und archäologische Funde führen weit zurück in die Vergangenheit. Sie erzählen von der Entstehung der Landschaft und von den ersten Menschen, die bereits in der Steinzeit in diesem Gebiet unterwegs waren.

Alltag, Handwerk und Wirtschaft
Wie lebten die Menschen früher im Gadertal? Die Ausstellung gibt Einblicke in die Landwirtschaft, das Handwerk und die traditionellen Siedlungsformen, wie die typischen ladinischen Viles.

Kultur & Kunst: Neben den historischen Räumen von Schloss Thurn widmet sich das Museum auch zeitgenössischer ladinischer Kunst. Wechselnde Ausstellungen und Veranstaltungen – darunter die Trienala Ladina – verbinden Vergangenheit und Gegenwart.

📅 Praktische Informationen

Öffnungszeiten:
In der Regel von Anfang Mai bis Anfang November, Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr.
Montag geschlossen. Während der Wintersaison bleibt das Museum geschlossen.

Hinweis: Die Öffnungszeiten können sich saisonal ändern. Vor dem Besuch empfiehlt sich ein Blick auf die aktuelle Website des Museums.

Verpasse keinen Newsletter mehr - einmal wöchentlich - jetzt kostenlos eintragen...