Kohlerer Seilbahn – als Bozen 1908 „abgehoben“ ist
Stell dir vor: Du stehst unten im Tal, es ist Sommer, die Luft flimmert – und statt schweißtreibend hochzukraxeln, steigst du einfach in eine Gondel ein. Genau diese Idee hat Bozen schon 1908 zur Seilbahn-Pionierstadt gemacht. Denn die Kohlerer Seilbahn gilt als erste offiziell für den Personenverkehr zugelassene Bergschwebebahn der Welt – und als frühes Vorbild moderner Seilbahntechnik.
Warum diese Bahn Geschichte schrieb
Hinter dem Projekt stand kein anonymer Konzern, sondern ein Wirt mit Vision: Josef Staffler wollte seine Gäste schnell und bequem auf den Hausberg bringen – und hat dafür etwas gebaut, das es so (offiziell) noch nicht gab. Am 29. Juni 1908 ging die Bahn in Betrieb.
Und ja: Um den Titel „erste der Welt“ gibt es je nach Definition Diskussionen (weil anderswo teils schon Personentransporte stattfanden, aber nicht unbedingt als offiziell genehmigter öffentlicher Betrieb). Unterm Strich bleibt: Die Kohlerer Seilbahn war ein Meilenstein – technisch wie touristisch.
Fakten, die du dir merken willst
- Eröffnung: 29. Juni 1908
- Talstation: im Stadtteil Kampill, hinauf Richtung Kohlern
- Höhenunterschied: grob ~840 Meter
- Fahrt heute: ca. 5–6 Minuten
- Takt: laut Betreiber-Info alle 15 Minuten (mit Mittagspause 11–12 Uhr)
- Ticket-Info: Verkauf/Schalter an der Bergstation (laut Website)
Mini-Zeitreise: Was alles passiert ist
1908 – Startschuss: Die erste offiziell zugelassene Bergschwebebahn für den Personenverkehr nimmt den Betrieb auf.
1910 – Stopp wegen neuer Sicherheitsvorschriften: Nach rund zwei Jahren wird der Betrieb eingestellt, weil strengere Regeln und zusätzliche Sicherheitsanforderungen kommen.
1913 – Neustart: Offizielle Eröffnung der „zweiten“ Kohlerer Bahn am 10. Mai 1913.
1943 – Kriegsschaden: Die Talstation wird bei einem Luftangriff schwer getroffen; die Bahn kommt zum Erliegen.
1965 – Comeback: Mit der „dritten“ Kohlerer Bahn geht’s wieder los – später folgen Modernisierungen.
1986 / 2006 / 2017 – Update für die Gegenwart: Modernisierung, neue Kabinen, Integration in den Verkehrsverbund Südtirol.
Was heute noch „wie damals“ wirkt
Die Stationen sind renoviert, und genau das macht den Reiz aus: Du fährst mit moderner Sicherheit – aber mit dem Gefühl, gerade ein Stück Technikgeschichte zu erleben. In den Stationen gibt’s zudem eine kleine Ausstellung, die die Wartezeit zur Mini-Zeitreise macht.
Und: An der Bergstation kann man eine
Nachbildung der originalen Kabine bestaunen – perfekt für ein „Wow, so also!“ Foto.



