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Brunnenburg: Eine Burg, die immer wieder aufsteht
Mein Ebook zur Brunnenburg:
Ansichtssache Brunnenburg - 1900 bis heute:
Mit Rückblenden bis 1250: Daten, Geschichten, Wendepunkte
(Südtirol auf alten Ansichtskarten - alte Karten erzählen Geschichte(n))
Hier geht´s zum Ebook...

Die Brunnenburg auf alten Ansichtskarten...
Brunnenburg: Eine Burg, die immer wieder aufsteht
Es gibt Orte, die erzählen Geschichte.
Und es gibt Orte, die
leben Geschichte – Schicht für Schicht, Jahrhundert für Jahrhundert. Die
Brunnenburg unterhalb von Schloss Tirol ist so ein Ort: gebaut, übernommen, vergessen, wiederbelebt. Und am Ende wurde sie zu etwas, womit kaum jemand rechnet:
ein Treffpunkt für Kultur – und ein Zuhause für Erinnerung.
1250: Der Anfang auf uraltem Gletscherschutt
- 1250 - die Geschichte beginnt. Wilhelm Tarant errichtet die Brunnenburg auf einem Hügel aus Gletschermaterial. Erhöht, geschützt, mit Blick in die Landschaft – und in direkter Nachbarschaft zu den Machtzentren rund um Tirol – der Platz wurde strategisch gut gewählt.
- 1356 wechselt die Burg zu Heinrich von Bopfingen. Er ist nicht irgendwer – als landesfürstlicher Verweser des Hochstifts Trient, Pfarrer von Tirol, Gesandter und bis 1359 Landeshauptmann von Tirol steht er mitten im politischen Geschehen seiner Zeit. Verantwortung und Einfluss gaben sich hier die Klinke in die Hand.
- 1421 übernimmt Ulrich Putsch, Kaplan von Herzog Friedrich die Burg. Die Brunnenburg wird damit Teil einer Epoche, in der nicht nur verwaltet und gestritten wird, sondern in der auch Ideen und Kultur Gewicht bekommen.
- 1457 kommt die Burg in den Besitz von Hans Kripp. Was danach folgt, ist bemerkenswert: dreieinhalb Jahrhunderte bleibt die Brunnenburg beim Haller Ratsgeschlecht Kripp. Während Generationen kommen und gehen, bleibt die Burg – als Konstante in einer Welt, die sich stetig verändert.
- 1705 baut Gregor Hofer aus den noch vorhandenen Mauern der Ruine ein Haus mit Stadel und Torggl am Fuße des Burgfelsens. Wo einst Mauern verteidigten, wird jetzt gearbeitet, gelagert, gepresst, gelebt. Die Brunnenburg wird Teil des bäuerlichen Alltags – nicht als Romantik, sondern als Realität.
- 1884 gelangt das Brunnenburggut in die Hände von Michael Sonnenburger, dem Bürgermeister von Dorf Tirol.
- 1903 verkauft er die Burg an Karl Schwickert aus Pforzheim, der umbauen lässt. Doch nach Schwickerts Tod 1927 verwahrlost die Burg erneut. Als hätte dieser Ort sein eigenes Gesetz: Er fällt – und wartet auf den nächsten Neubeginn.
Kulturort: Die Brunnenburg als Begegnungsstätte
Dann wird aus “nur” Burg wieder mehr: Die Familie de Rachewiltz nimmt hier ihren Wohnsitz und macht die Brunnenburg über die Zeit zu einem Zentrum kultureller Begegnungen.
Und hier bekommt die Geschichte einen weltliterarischen Moment:
Der amerikanische Dichter
Ezra Pound vollendet
1958–1962 auf der Brunnenburg sein Lebenswerk, die
Cantos.
Heute erleben: Museum, Tiergarten und Gedächtnisstätte
Die Brunnenburg ist heute ein Ort zum Entdecken – nicht nur mit Blick nach außen, sondern auch nach innen: in das Leben, das diese Landschaft geprägt hat.
Das landwirtschaftliche Museum
Im Museum wird das einstige Leben der Südtiroler Bauern und Bergbauern greifbar – mit Foto- und Filmdokumentationen und vielen Arbeitsabläufen, die man sich heute kaum mehr vorstellen kann:
- Materialtransport am Steilhang
- Getreideverarbeitung & Brotbacken
- Traubenernte & Weinherstellung
- Milchwirtschaft, Butter und Käse
- die besondere Bedeutung der Kastanie
Tiergarten & Ezra Pound Gedächtnisstätte
Neben dem Museum findest du einen Tiergarten mit seltenen Haustierrassen – und die Ezra Pound Gedächtnisstätte, die zeigt, wie eng Orte und Worte manchmal zusammengehören.
Ein Besuch lohnt sich...
Vom 29.03. - 02.11.2026 kannst du das Museum von 10 bis 17 Uhr besuchen.
Nur Freitag und Samstags nicht - da ist Ruhetag...
Weitere Infos zu Veranstaltungen, Ausstellungen und Geschichte der Brunnenburg, findest du hier...
Das goldene Kalb der Brunnenburg
Eine alte Sage aus Dorf Tirol über Schatzgräber, blaue Flämmchen und einen Fund, der nie gehoben wurde
Die Brunnenburg unterhalb von Schloss Tirol ist nicht nur ein markanter Ort mit langer Geschichte, sondern auch eine Burg, um die sich bis heute mehrere Sagen ranken. Auf der offiziellen Seite der Brunnenburg werden neben ihrer Geschichte ausdrücklich auch die alten Erzählungen genannt – darunter „Das goldene Kalb“, „Ein Strom von Gold“ und „Die goldene Schlange“. Die Burg selbst geht auf das Jahr 1250 zurück und wurde auf einem Glazialschuttkegel unterhalb von Schloss Tirol errichtet.
Die Sage vom goldenen Kalb gehört zu den eindrucksvollsten Überlieferungen rund um die Brunnenburg. Ihr zufolge lag im Hof der Burg einst ein vergrabener Schatz, bewacht von einem Geist. In den sogenannten Quatembernächten habe über den Mauern ein blaues Flämmchen geflackert. Für die Menschen war das ein Zeichen: Der Schatz „blüht“. Genau solche Bilder machen alte Burgsagen so stark — sie geben einem Ort etwas Geheimnisvolles, fast Unheimliches.
Der eigentliche Kern der Geschichte ist schnell erzählt und bleibt gerade deshalb hängen: Einige Nachbarn wollten den Schatz heben und machten sich nachts daran, im Schlosshof zu graben. Schon in geringer Tiefe stießen sie angeblich auf ein goldenes Kalb, das ein rotes Seidenband um den Hals trug. Doch in genau diesem Moment tauchten aus der Finsternis zwei große, unheimliche Männer auf. Sie drohten den Schatzgräbern mit erhobenen Fingern. Die Männer erschraken so sehr, dass sie ihre Werkzeuge fallen ließen und flohen. Der Schatz, so sagt es die Überlieferung, wurde danach nie wieder gefunden.
Spannend ist auch, dass die Sage in älteren Sammlungen leicht anders überliefert wird. Dort ist davon die Rede, dass man das goldene Kalb öfter gesehen habe und dass der Versuch, den Schatz zu heben, in der Johannisnacht stattgefunden habe. Solche Unterschiede sind typisch für mündlich weitergegebene Sagen: Der Kern bleibt, einzelne Details verändern sich mit der Zeit. Gerade das macht solche Geschichten lebendig.
Ob man an einen wirklichen Schatz glaubt oder nicht, ist am Ende fast zweitrangig. Entscheidend ist etwas anderes: Die Sage zeigt, wie Menschen eine Burg nicht nur als Bauwerk gesehen haben, sondern als Ort mit Aura. Die Brunnenburg war in der Erinnerung eben nie nur Mauerwerk, Besitzgeschichte und Aussichtspunkt. Sie war auch ein Platz, an dem sich Fantasie, Furcht und Hoffnung festgesetzt haben. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum diese Burg bis heute so fasziniert.
Wer heute zur Brunnenburg hinaufblickt, sieht also nicht nur eine geschichtsträchtige Anlage unterhalb von Schloss Tirol. Er blickt auch auf einen Ort, an dem man sich einst von einem goldenen Kalb, einem blauen Flämmchen und einem verborgenen Schatz erzählte — und allein das macht die Brunnenburg schon wieder ein gutes Stück spannender.
Die Brunnenburg heute...

















